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Überforderung der Bauherren führt zu Wohnungsnot


Verband fordert pragmatische Bauförderung, finanzierbare Vorgaben, bessere Baubegleitung und Aussetzung der EnEV 2012 BERLIN. Deutschland steht vor einer neuen Wohnungsnot. Dies befürchtet der Verband Privater Bauherren (VPB), der in dieser Woche zusammen mit der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" allen neu gewählten Bundestagsabgeordneten ein 10-Punkte-Programm zur Förderung des Wohnungsbaus überreicht hat. "Aktuell werden in Deutschland pro Jahr nur 156.000 Wohnungen gebaut, Tendenz fallend. Heute aber liegt der Bedarf bereits bei 225.000 Wohnungen; vor allem in den Ballungsgebieten ist die neue Wohnungsnot bereits spürbar", erläutert Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbraucherschutzverbands. "Verschärft wird die Situation zusätzlich durch den Wegfall älterer Wohnungen. Sie könnten zwar technisch modernisiert werden, aber der finanzielle Aufwand lohnt sich nicht für die Eigentümer. So gehen Jahr für Jahr bis zu 175.000 Wohnungen verloren." Die Ursache für diesen schleichenden Wohnungsverlust sieht der Verband Privater Bauherren in den immer höheren energetischen Anforderungen für Modernisierungswillige. "Zwar unterstützt der Staat Immobilienbesitzer durch zinsvergünstigte Kredite, aber die Hürden liegen viel zu hoch", kritisiert Thomas Penningh. "Die gesetzlichen Auflagen sind extrem komplex. Laien verstehen die Programme nicht mehr. Sie müssen sich selbst für kleinste Sanierungsmaßnahmen fachliche Hilfe holen. Tun sie das nicht und sanieren falsch, müssen sie sogar mit Bußgeldern rechnen. Dazu kommen hohe Kosten für zeitgemäße Dämmung und moderne Anlagentechnik", erläutert der Bausachverständige und fügt hinzu: "Die meisten deutschen Hausbesitzer wollen energetisch sanieren und etwas für die Umwelt tun. Aber sie haben vor den ständig steigenden Anforderungen resigniert", resümiert der VPB-Vorsitzende die Stimmung auf dem privaten Bausektor. "Die politisch gewollte CO2-Reduzierung kann aber nur mit dem privaten Bauherren gelingen. Und dazu brauchen wir einfache gesetzliche Vorgaben und finanzierbare Bedingungen. Außerdem darf die Latte der gesetzlichen Vorschriften nicht ständig wieder höhergelegt werden. Das gilt für den Neubau wie für den Altbau: Wer heute nach den bereits strengen Vorgaben der gerade erst in Kraft getretenen EnEV 2009 baut, der weiß jetzt schon, dass sein Haus in drei Jahren energetisch wieder überholt ist. Dann soll die neue EnEV 2012 greifen, mit wieder neuen Höchstwerten. Dabei liegt die letzte EnEV-Verschärfung erst zwei Jahre zurück." Der Verband Privater Bauherren (VPB) fordert deshalb, die Energieeinsparverordnung verbraucherfreundlicher zu gestalten und vor allem die EnEV 2012 erst einmal auszusetzen, bis die Auswirkungen der EnEV 2009 erkennbar und messbar sind. "Erst dann können wir die Praxisauswirkungen verlässlich beurteilen", konstatiert Thomas Penningh. "Zurzeit nehmen viele Bauherren geplante Sanierungen oder Neubauten gar nicht mehr in Angriff. Sie sind verunsichert und rechnen kritisch nach, wie lange sie mit der alten Substanz einfach weiterleben können. Dabei erscheinen ihnen oft die erhöhten Energiekosten leichter zu verkraften als die teuren, komplizierten Sanierungen." "Das kann aber nicht im Sinne der Regierung sein", mahnt der VPB- Vorsitzende, "denn wir brauchen nicht nur 400.000 neue und sanierte Wohnungen im Jahr, sondern Bau und Sanierung bringen auch Arbeit und Steuergeld." Sogar in der aktuell schlechten Lage sind knapp eine halbe Million Menschen am Bau beschäftigt. Der Staat profitiert davon durch Steuern und Sozialabgaben in Höhe von rund 13 Milliarden Euro. Könnte die Bautätigkeit angekurbelt werden, auf die demografisch nötigen 225.000 Neubauwohnungen, könnte Vater Staat zusätzliche Einnahmen von 20 Milliarden Euro einstreichen und 745.000 Menschen mehr hätten sichere Beschäftigung - und die Umweltziele würden umgesetzt. Der VPB fordert deshalb gemeinsam mit weiteren Spitzenverbänden der Wohnungs- und Bauwirtschaft zehn Punkte für den Wohnungsbau. Dazu zählen unter anderem die verlässliche Fortführung der KfW-Programme in weiter vereinfachter Struktur sowie die Absetzbarkeit von Handwerker- und Beraterleistungen. Gerade der letzte Punkt ist ein wichtiges Anliegen des VPB. "Damit die energetischen Vorgaben bei der Sanierung auch erreicht werden und nicht durch mangelhafte Bauausführung wieder verpuffen, brauchen Bauherren und Sanierer unabhängige Beratung. Diese Baubegleitung, die erst ansatzweise gefördert und gefordert wird, muss ausgeweitet werden und steuerlich absetzbar sein." "Alles in allem muss der Staat die Wohnungsbauförderung einfacher und verlässlicher gestalten und die Ziele müssen finanzierbar sein. Die Berechnungen der Experten zeigen dabei, dass sich diese Maßnahmen sogar durch Steuereinnahmen und ein Mehr an Arbeitsplätzen leicht finanzieren ließen. Unterbleiben diese dringend notwendigen Maßnahmen, schürt die Regierung nur die Wohnungsnot, und die erhofften CO2-Einsparungen rücken in weite Ferne." Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren (VPB) e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030 2789010, Fax: 030 27890111, E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de. Diesen Pressetext finden Sie außerdem zum Herunterladen im Internet unter www.vpb.de. Pressekontakt: PPR, Alte Bergstraße 27, 64342 Seeheim-Jugenheim, Telefon 06257 507990, Fax: 06257 507994, E-Mail: presse@vpb.de

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